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Wenn auch nicht mit christlichem Gedankengut erfüllt, so ist doch der Brauch des Maibaumsetzens den Fruchbarkeits- und Segensbräuchen zuzuordnen. Beim Maibaum als Sinnbild des vergrößerten Segenszweiges handelt es sich im Alpenland um einen uralten Brauch.

Eine Waldverordnung verbietet schon 1724 im Salzkammergut das Entnehmen eines Maibaumes au ärarischen Wäldern, um den Holzbestand für die Sudpfanne in Ebensee nich zu schmälern. In Steinbach erinnert man sich, daß der erste Maibaum Mitte der zwanziger Jahre des letzten Jhd. gesetzt wurde. Burschen, darunter Altbürgermeister Josef Kneißl und Max Wolfsgruber, haben damals diesen bis zu 30 m hohen geschälten und mit Tannenreisig-Girlanden umwundenen Fichtenstamm für die Dorfbewohner von Steinbach aufgestellt.

Erst in späterer Zeit wurde das Aufstellen des Maibaumes von Vereinen übernommen, insbesondere von der Feuerwehr und dem Trachtenverein. Einige Jahre lang wurden auch mehrere Maibäume im Gemeindegebiet errichtet. Sie standen in Weißenbach, in der Kienklause, in Steinbach und in Seefeld.

Seit mitte der 60er Jahre des letzten Jhd. aber wird der Brauch des Maibaumsetzens wieder ausschließlich von uns, vom Trachtenverein S´Schobastoana gepflegt. Wir stellen unseren Maibaum vor unserem Vereinswirtshaus, dem Gasthof Föttinger, in den Abendstunden des 30. April mit Hilfe von Mastgabeln und Schoargeln (zwei mit einem Strick zusammengebundenen Stangen) unter kräftigen „Ho-Ruck“-Rufen auf.

Zum Schluß des Maibausetzens wird noch die Spuchtafel angenagelt. Auf ihr steht: „Besseres kann kein Volk vererben, als ererbten Väberbrauch. Wo des Landes Bräuche sterben, stirbt des Landes Blüte auch“.