In Steinbach wird – nach einem Einbruch in den 60er Jahren – sehr viel Trachtenkleidung getragen,von den Zweitheimischen und den Einheimischen. Der Gedanke der „Schobastoana“ zur „Gebirgstrachen-Erhaltung“ ist lebendig – auch über 80 Jahre nach der Vereinsgründung.

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Bereits am 12. April 1931 hat der Vereinsausschuß unter Obmann Feitzinger über die Dirndl- und Buamatracht den Beschluß gefasst.

Buamatracht:

Da die Leute unserer Gegend immer schon eine enge Beziehung zum inneren Salzkammergut pflegten, wurde für die Buamatracht der typische, graue Lodenrock mit Quetschfalte am Rücken, doppelreihigem Hirschhornknopf-Besatz, kurzem Revers, grünem Stehkragen und grün paspelierten Taschen und Ärmel ausgewählt, dazu Lederkniebundhose oder kurze Lederhose grün ausgenäht mit grauen Wollstutzen, weißem Hemd mit rotem Bindl, Hut und Gamsbart.

Der Trachtenleib (Weste) ist aus grüner Tuchloden; einreihig mit 5 Hirschhornknöpfe mit Rever. Der Stehkragen ist nur gesteppt; 2 gepaspelte Taschen. Rever: 1 Paar Reverknöpfe Hirsch. Rücken: grüner Serge mit Spange; Innenfutter grün und 1 Innentasche.

Die Musikkapelle trug in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg statt der Lederkniebundhose eine graue Lodenhose mit grünen Lampassen oder bei sommerlichen Temperaturen die kurze Lederhose.

Außer dass nach dem 2. Weltkried die grauen Stutzen gegen grüne Wollstutzen, auch mit Zopfenmuster, getauscht wurden un die Bindlfarbe von kräftigem Rot auf Rosa gewechselt wurde, erfuhr diese Buamatracht bis in die heutige Zeit keine wesentliche Änderung.

Dirndltracht:

Anders war die Entwicklung bei der Dirndltracht. Nach den Vorgängerdirndl, die unten angeführt beschrieben sind, wurde am 23.1.1993 das „Steinbacher Dirndl“ unter der fachkundigen Betreuung von Gexi Tostmann aus 10 Modellen vorgeschlagen und beschlossen.

Das Steinbacher Dirndl ist in ein Leibl-Kittl-Dirndl aus tannengrünem Baumwollstoff mit weißen Streublumen und rosa oder schwarzer Schürze, dazu weiße Puffärmelbluse, weiße Stutzen und rosa-grün bedrucktem Ausseer Seidentuch mit langen Fransen.

Dieses schlichte und einfache Kleid zeugt auch von den bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen unserer Gegend. Auch die Farben unserer Vereinstracht spiegeln die Wirtschaftsgeschichte unseres Orts. Die vorherrschenden Farben sind Grau in der Männertracht und Grün in der Frauentracht. Grau ist die Farbe der Landwirtschaft, Grün die Farbe der Forstwirtschaft. Unsere Vorfahren lebten vom Erwerb aus Land- und Forstwirtschaft.

Frühere Dirndl:

Gründungsdirndl (Leibl-Kittl-Schnitt):

Der leib war rot-weiß-blau kariert mit Permutterknöfen, dazu langärmelige wieße Leinenbluse und weiße Leinenschürze mit langen Bändern und weiße Baumwollstrümpfe. Auf den Schultern wurde ein weißes Kaschmir-Wolltuch mit Alpenblumenmuster und langen Fransen getragen. Dieses Dirndlkleid wurde bereits nach dem Krieg soweit abgeändert, dass zwar der Schnitt gleich blieb, der Stoff aber auf einen hellrosa, weißgeblumten Baumwollstoff für Leib und Kittel einheitlich getauscht wurde. Bei den Trachtenfesten wurde zu diesem Dirndlkleid das schwarze Kopftuch, am Hals eine Kropfkette und am Arm das wollende Umhängtuch getragen.

Innviertler Sommerdirndl:

Unter der Anleitung der damaligen Trachtenschneiderin Anna Kirchsteiger fiel die Wahl 1960 auf das „Innviertler Sommerdirndl“ mit blau kariertem Baumwoll-Leib und schwarzem, in sich gemusterten Wollstoff-Kittel und blau-weiß längsgemusteter Schürze, als unser neues Vereinsdirndl. Eigenartig, aber dieses Innviertler Sommerdirndl wurde in Steinbach eigentlich nicht heimisch. Niemand, ausgenommen die Trachtlerinnen, trug dieses Dirndlkleid.