Unsere Kapellmeister:

Karl Stadlmayr
Josef Wolfsgruber
Karl Wolfsgruber
Josef Solderer
Franz Zopf
Josef Stadler
Franz Föttinger
1866 – 1875
1875 – 1916
1916 – 1922
1922 – 1930 (?)
1930 – 1933
1933 – 1938
1938
Johann Loy
Josef Loy
Ludwig Spielbüchler
Johann Resch
Walter Loy
DI Andras Holzinger
Alexander Stückler
1938 – 1939 , 1964 – 1970
1947 – 1951, 1955 – 1959 und 1970 – 1971
1951 – 1955, 1959 – 1964 und 1971 – 1973
1973 – 1996
1996 – 2003
2003 – 2004
2004 bis heute

Die Blasmusik in Steinbach:

Der Beginn der Blasmusik in Steinbach ist mit 1866 zu datieren. Damals war Karl Stadlmayer (seit 1852) Schullehrer unserer Volksschule. Er muss ein sehr musischer Mensch gewesen sein, war er doch bereits in dem in Entstehung befindlichen Museumsverein Carolinum Augusteum tätig. Er spielte in unserer Kirche die Orgel, und 1860 wurde über seine Veranlassung eine neue Orgel aufgesetzt. Da verwundert es auch nicht, dass er mit Schülern und jungen Steinbachern eine erste, kleine Blasmusikkapelle gründete. Einer seiner Schüler war Johann Wolfsgruber, geb. am 23.5.1858, der mit 8 Jahren unter Stadlmayers Anleitung in dieser „ersten Blasmusikkapelle“ von Anfang an das Horn spielte. Damit lässt sich das Gründungsjahr auch mit 1866 datieren.

1875 reichte Stadlmayer sein Gesuch um Pensionierung ein. Zuvor lernte er aber noch seinem ehemaligen, sehr talentierten Schul- und Musikschüler Josef Wolfsgruber (geb. 18.4.1843) das Orgelspiel, sodass dieser nach der Abreise Stadlmayers nicht nur Organist der Pfarre, sondern auch als Kapellmeister die Geschicke der Blasmuisk in Steinbach bis zu seinem Tod am 5.9.1916 übernahm.

Während dieser ersten Jahrzehnte wurde in ziviler Kleidung musiziert. Erst 1906 uniformierte sich die Ortsmusikkapelle, als sie – noch immer unter Kapellmeister Josef Wolfsgruber (vulgo Britberger) – dem neu gegründeten Veteranenverein – als Vereinskapelle beitrat. Dieser Veteranenkapelle, gekleidet in schwarzer Veteranenuniform (schwarz Hose und dunkelblauer, zweireihiger Rock mit goldenen Knöpfen und rotem Stehkragen) und schwarzer Schrimkappe (später auch für kurze Zeit Tellermütze), stand  in der Folge für einige Jahre Karl Wolfsgruper und ab 1922 der Volksschullehrer Josef Solderer vor.

Von Josef Solderer, der 1931 krankheitsbedingt in Pension ging, übernahm der Zimmermann Franz Zopf (vulgo Kienbauer) die Funktion des Kapellmeisters.  Da der hl. Georg Schutzpatron der Veteranen ist, war sein Namensfest, der Georgitag (23. April), für die Veteranenkapelle ein unübersehbarer Ausrückungstermin, wobei den Anfängen nicht in Konzertaufstellung musiziert wurde. Altbürgermeister Föttinger (Bassflügelhornist) erzählte, dass seinerzeit am Tisch sitzend musiziert wurde, die Noten an den Biergläsern angelehnt. Erst durch einen Aufenthalt in Linz habe man Notenpulte kennengelernt und diese dann auch angeschafft. Damit begann ein geordneter Konzertbetrieb unserer Musikkapelle. Es gab Konzertauftritte in Salzburg, beim Unteracher Kirchtag und auch im Schloß Kammer.

Blasmusik galt zumindest bis in die Jahre nach dem zweiten Weltkrieg als Männersache; dennoch blies bereits Anfang der 30er Jahre die langjährige spätere Organistin Johanna Spielbüchler, geb. Zopf, damals als junges Mädchen in der Musikkapelle die Klarinette. Sie war damit wohl weit und breit die einzige Musikantin.

Die Gründung unseres Trachtenvereines „D`Schobastoana“ veranslasste die Steinbacher Dorfmusiker, die Uniformröcke abzulegen und sich in bodenständiger Tracht zu kleiden. Damit war zwangsläufig das Ende der Veteranenmusik und ein neuer Beginn (1933) als eine der ersten Trachtenmusikkapellen unter Kapellmeister Josef Stadler, Fischer in Weißenbach, mit ca. 20 Musikern gegeben.

Josef Stadler war als ehemaliger Militärmusiker auch mit dem in die österreichischen Blasmusikgeschichte eingegangen, in Gries am Brenner 1909 geboren, Komponist Franz Josef Egg befreunden. Dieser komponierte 1934 den „Schoberstonana-Marsch – Op. 68“ und widmete diesen dankbar dem Kapellmeister Josef Stadler. Die kleine Dorfkapelle in Steinbach am Attersee hatte damit einen eigenen Marsch.

Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges kam auch die Blasmusik in Steinbach zum Erliegen. Der Wiederbeginn nach dem Weltkrieg gestaltete sich aber schwierig, da einigen stimmführenden Musikanten wegen ihrer seinerzeitigen Mitgliedschaft zur NSDAP aufgrund der Bestimmungen des Vereinsorganisationsgestzes die Mitgliedschaft in der Blasmusikkapelle von der Behörde untersagt wurde. Nur durch gemeinsame Intervention von Gemeinde und Verein konnte eine Vereinshochzeit am 24.11.1946 in Steinbach auch in gewohnter Weise musikalisch umrahmt werden. 1947 wurden diese politischen Hemmnisse dann endgültige auch seitens der Republik Österreich überwunden. Einer gedeihlichten Entwicklung der Blasmusik in unserem Ort stand nichts mehr im Wege.

Unsere Musikvorfahren brachten es zu Beginn der 50er-Jahre mit großem Eifer zu Ansehen unter den Atterseegemeinden. Den Attersee-Wanderpokal musste unsere Ortskapelle in der eigenen Gemeinde am 23.4.1954 an die Musikkapelle Schörfling abgeben. Dieses Wertungsspiel wurde 2004 von Kapellmeister Koderhold aus Schörfling wieder belebt und wieder gewann diesen Atterseepokal Schörfling.

Durch Mitwirkung der Trachtenkapelle bei den Dreharbeiten zum Film „Wo die Lerche singt“ (Sep./Okt. 1956), einer Gemeindesubvention von 10.000,– Schilling und durch Spenden der Bevölkerung konnte der Kaufpreis von 51.000,– Schilling für Neuinstrumentierung in Normalstimmung aufgebracht werden. Diese neuen Instrumente wurden von Pfarrer Ludwig Mayr am 28. April 1957 geweiht.

Der ehemalige Militärmusiker Josef Loy (Holzknecht), sein Bruder Johann Loy (Schustermeister) und Ludwig Spielbüchler (Förster) wechselten in der Zeit von 1946 bis 1973 in verschiedenen Intervallen immer wieder in der Funktion des Kapellmeisters.

1973 übernahm der 30jährige Johann Resch (Landwirt) die Kapelle und leitet 23 jahre die musikalischen Geschicke mit großem Erfolg. In diese Zeit fallen die Konzertreisen nach Offenbach bei Frankfurt (1978), Nürnberg (1983), Mühlhausen bei Heidelberg (1990) und als absoluter Höhepunkt zur UNO-Medal-Parade in Famagusta auf Zypern (1992). Zu diesem Anlass wurde von den „D`Schobastoana MusikantInnen“ erstmals in der Vereinsgeschichte die Bundeshymne gespielt, und zwar fern ab der Heimat – auf Zypern.

Gehörten in Steinbach zum gesellschaftlichen Leben die jährlichen Musikerkränzchen mit einleitendem kurzen Marschkonzert, begann Johann Resch diese einleitenden Konzerte auszudehnen, um 1986 mit dem Jubiläumskonzert „120 Jahre Blasmusik in Steinbach“ einen eigenen Konzertabend im Frühling einzuführen. Diese Frühlingskonzerte fanden anfangs immer im Saal des Gasthofes Föttinger statt. Der zahlreiche Besuch machte einen Lokalwechsel notwendig. Steit 1995 werden diese Konzertabende im Veranstaltungssall der Freizeitanlage veranstaltet.

Dort war in der Zeit von 1985 – 2012 auch unser Probenraum. Zuvor wurde von 1938 – 1967 im Dachstüberl über dem Schlachthaus des Gasthauses Föttinger und dann im Vereinsraum im Keller des alten Gemeindehauses bis zur Übersiedlung in die Freizeitanlage geprobt. Seit 2012 befindet sich unser Probenraum im neuen Dorfzentrum.

Im Dezember 1996 übernahm wieder ein Militärmusiker die Leitung unserer Trachtenkapelle, Walter Loy, Sohn des seinerzeitigen Kapellmeisters Hans Loy. Seine ausgeprägte Vorliebe für österreichische Militärmusik prägten die Konzertprogramme unverkennbar. In den sieben Jahren seines Wirkens bis 2003 legte er neben der musikalischen Disziplin auch großen Wert auf Bekleidungsdisziplin, sodass ihm bei der Übergabe des Dirigentenstabes an DI Andreas Holzinger im Rahmen des Frühlingskonzertes 2004 als lustiges Abschiedsgeschenk liebevoll „die goldene Schuhbürste“ überreicht wurde.

In der kurzen Zeit als Kapellmeister (Dez. 2003 – Nov. 2004) hat sich DI Andreas Holzinger für die Blasmusikgeschichte in Steinbach durch das Arrangieren der heimlichen Hymne unseres Ortes, dem „Attergaulied„, für die Blasmusik verdient gemacht. Dieses Arrangement des Attergauliedes wurde beim Frühlingskonzert 2004 uraufgeführt.

Seit November 2004 steht mit Alexander Stückler wieder ein Militärmusiker am Dirigentenpult. Er ist der Enkel des seinerzeitigen Kapellmeisters Josef Loy. Er versteht es, junge Leute für die Blasmusik zu begeistern und bei strenger musikalischer Führung für ein sehr kameradschaftliches Klima im Ausgleich der Generationen in der Kapelle zu sorgen.