Der Volkstanz in Steinbach

In unserer Zeit ist es gänzlich verschwunden, dass in den Stuben der Bauernhäuser getanzt wird. Zur Zeit der Vereinsgründung (1931) war dies aber die häufigere Form des Tanzens. Zum Spiel der Mundharmonika („Fotzhobel“) oder zu den Klängen der Zither tanzte man in privater Runde zum Zeitvertreib, oder nach der Ernte beim „Ruabm-Tanz“ oder „Maschinentanz“. Getanzt wurde Walzer, Polka, ein Neuboarischer, der Haxenschmeißer oder ein Schwäbischer.

Im Gasthaus gab`s nur selten Tanzmusik, bei den wenigen Bällen und „Kränzchen“, hauptsächlich jedoch nur bei den Hochzeiten. Bei diesen Festen wurde der „Landler“ getanzt und gesungen. Als Vortänzer fungierten eben der „Brautführer“ und an den Abenden vor der Hochzeit wurde dann noch eifrig geübt, damit man sich bei diesem Tanzritual keine Blöße gab.

Wenn man vom „Stoabacha Landler“ spricht, ist die ortstypische Form dieses Tanz und der dazugehörigen G`stanzl gemeint. Dass dieser „Stoabacha Landler“ nicht in Vergessenheit geraten kann, hat Franz Kreuzer (1988) nach Erzählungen seines Vaters den Tanz für den Verein aufgezeichnet und beschrieben.

Dass die SteinbacherInnen am Steirertanz anlässlich des Besuchs des Trachtenvereins „D`Stoaklüfltler“ aus St. Gilgen bei Hans Feitzinger besonderen Gefallen gefunden hatten, verwundert nicht, ist es doch einer der schönsten Schautänze. Der Begeisterung für diesen Tanz verdanken wir die Gründung unseres Vereines und den Beginn wesentlichen Erweiterung des Volkstanzrepetoirs in unserer Gemeinde.

Der „Stoakopfer“ wurde bereits im 1. Vereinsjahr 1931 aufgeführt. Dieser Tanz stammt aus Ebensee und wurde vom damaligen Vortänzer Leopold Böhm einstudiert. Dabei erzählt der Sänger, begleitet von der Zither, das Leben des „Stoaklopfers“ und dieser träumt dann, dass er im Himmel sei und um ihn getanzt wurde. Beim Tanz werden mit Girlanden umwundene, beleuchtete Bögen verschieden Kronen gedreht, was diesem Schautanz einen feierlichen, mystischen Charakter verleiht.

Dieser „Stoaklopfa“ galt und gilt immer als etwas Besonderes und es ist eine Ehre, dieses Stoaklopflied zu singen. Die Sänger bisher waren Hans Hütter, Ludwig Spielbüchler, Andreas Holzinger sen., DI Andreas Holzinger und Sepp Zopf Zopf; dabei wurden sie auf der Zither begleitet von Franz Resch (Meier im Pfarrhof), Roither Andrä, Dir. Josef Schuster, Ernst Graben, DI Andreas Holzinger und Susi Huber (geb. Roither).

Auch zur Gruppe der Schautänze gehört der Bandltanz, der im Verein 1932 erstmals getanzt wurde. Heute noch ist der Originalbandl-Baum in Verwendung, die Baumkrone ist derzeit die Krone unseres „Kirtag-Buschn“.

Die Schautänze und Schuhplattler waren das Rüstzeug für die Heimatabende. Diese wurden bereit vor dem Krieg für einige Reisegruppen im Rahmen der deutsch-nationalen Bewegung „Kraft durch Freude“ veranstaltet. Nach dem Weltkrieg begann man wieder, beim Heimatabend Volkstänze und Schuhplattler als Einlagen zwischen den Publikumstänzen aufzuführen. Woche für Woche wurde in den Sommermonaten zum Heimatabend mit vereinseigener Tanzmusik und Gesang geladen. Diese Heimatabende fanden im Gasthof Föttinger statt und der Saal war immer voll mit Gästen und Einheimischen.

In den 70er Jahren wurde wöchentlich sogar ein weiterer Heimatabend im Tanzlokal „Tenne“ in Weißenbach abgehalten. Doch schwand diese Nachfrage nach dem Heimatabend,  je weiter wir uns der Jahrtausendwende näherten bis der Betrieb der Heimatabende im Gasthaus Föttinger eingestellt wurde. Derzeit werden im Sommer Volkstanzvorführungen zu Blasmusikdarbietungen an einigen Sommerabenden angeboten.

Der Bogen der Volkstanzpflege geht eigentlich wieder dorthing, wo er begonnen hat,  – vom unterhaltsamen Volkstanzen über die Schautanzvorführungen bei den „Heimatabenden“ hin zum unterhaltsamen Volkstanzen in eigener Runde. Wichtig ist, dass all die Tänze und Schuhplattler, über die derzeit der Verein verfügt, an die jungen TrachtlerInnen weitergegeben werden.

Bedeutende Aufführungsereignisse motivieren dazu besonders, beispielsweise der Auftritt der „Schobastoana“ am 21.1.2006 beim Ball der Oberösterreicher im Austria Center Wien. Da wurde zur Eröffnung der „Steirer“ getanzt und eigenartig, eine anmutende Stille der Aufmerkstamkeit machte sich in dem mit über 3000 Leuten gefüllten Ballsaal breit – der Steier begeistert eben die Leute, auch 75 Jahre nach der Vereinsgründung.

Ende November/Anfang Dezember trat unsere Tranzgruppe anlässlich der Nationalfeiertage der Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai auf. Ein besonderer Höhepunkt war dabei der Auftritt am Samstag, 4. Dez. unter dem größten Gebäude der Welt dem „Bujir Khalif“ vor tausenden begeisterten Zuschauern.